Stadtrat im März: Neue Städtepartnerschaft, soziale Einrichtungen für Büchenbach-Nord, neues Verwaltungsgebäude

Blick auf das Plenum des Erlanger StadtratsDrei Themen haben die Stadtratssitzung im März bestimmt: Erlangen bekommt mit Bozen eine neue Partnerstadt, in Büchenbach-Nord sollen zahlreiche soziale Einrichtungen geschaffen werden, und die Stadtverwaltung soll ein neues Verwaltungsgebäude bekommen.

Die Partnerschaft mit Bozen entsteht aus der Lebensgeschichte von Josef Mayr-Nusser, die beide Städte verbindet: In Bozen geboren, verweigerte der Katholik Josef Mayr-Nusser aus Glaubengründen 1944 den Eid auf Adolf Hitler. Zum Tode verurteilt starb er in Erlangen auf dem Transport ins KZ Dachau. Als Mayr-Nusser 2017 in Bozen seliggesprochen wurde, entstand die Idee zur Städtepartnerschaft.

Neben der Verbindung über Josef Mayr-Nusser gibt es auch weitere Punkte für eine neue Partnerschaft: Bozen ist ähnlich groß, hat eine (noch junge) Universität mit technischem Schwerpunkt und innovative Unternehmen ebenfalls aus dem technischen Bereich. Dazu kommt ein reges Kulturleben. Aus all dem kann eine lebendige Städtepartnerschaft entstehen – und deswegen habe ich ihr gerne zugestimmt.

Mit einem „Bedarfsbeschluss“ haben wir im Stadtrat festgelegt, dass in Büchenbach-Nord zusätzliche soziale Einrichtungen entstehen sollen, um das Zusammenleben im Quartier besser zu machen. Seit Beginn dieses Jahres gibt es Streetwork, im Februar 2017 hat der Stadtrat den Bedarf für eine familienpädagogische Einrichtung, eine Spiel- und eine Lernstube festgestellt. Und heute wurde beschlossen, dass auch ein Bürgertreff entstehen soll, der die Scheune ergänzt und zusätzlich Raum für Beratungsangeboten des Sozialdienstes für Erwachsene, zur Integration und für Seniorinnen und Senioren bietet.

Gebaut werden sollen diese Einrichtung auf dem Parkplatz der Gewobau im Süden der Odenwaldallee, direkt nördlich des öffentlichen Parkplatzes beim Einkaufszentrum. Die Parkplätze wandern in eine Tiefgarage unter die Einrichtungen, über den Einrichtungen entstehen etwa 90 Wohnungen (die Parkplätze dafür kommen ebenfalls in die Tiefgarage).

Umstritten war im Stadtrat der Grundsatzbeschluss für ein neues Verwaltungsgebäude der Stadt an der Gebbertstraße. Einigkeit besteht zwar darüber, dass die Verwaltung neue Büroflächen braucht, weil bestehende, angemietete gekündigt wurden und zusätzliche Beschäftigte und Aufgaben natürlich auch zusätzliche Büros brauchen. Nach Auffassung vor allem der CSU sollten diese Flächen aber nicht neu gebaut, sondern angemietet werden, zum Beispiel in freiwerdenden Siemensgebäuden.

Berechnungen der Stadtverwaltung zeigen aber klar, dass das für die Stadt viel teurer würde. Bei den derzeit für Büroflächen verlangten Mieten würden sich diese über den Nutzungszeitraum des geplanten Neubaus (der für den Vergleich auch bei den Mieten die Grundlage bildet) auf einen Kapitalwert von 42,3 Millionen Euro summieren. Selbst zu bauen kostet dagegen im Kapitalwert 20 bis 25 Millionen Euro. Oder anders herum: Pro Jahr muss die Stadt beim Neubau für Zins und Tilgung bzw. Abschreibung rund 1,12 Millionen Euro aufwenden, bei einer Anmietung 1,46 Millionen Euro.

Diese Differenz ist so groß, dass für mich völlig eindeutig ist: Die Stadt muss bauen, nicht mieten. Und die Fläche an der Gebbertstraße bietet sich deswegen an, weil dann auch der danebenliegende „Museumswinkel“ dauerhaft durch die Verwaltung genutzt werden kann. Dort muss nämlich saniert werden, und in Kombination mit dem Neubau wird dies erheblich günstiger.

Alle Unterlagen zur Sitzung gibt es wie immer im Ratsinformationssystem der Stadt: https://ratsinfo.erlangen.de/to0040.php?__ksinr=2113937

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